Der Zusammenhang zwischen diesen beiden Begriffen bedarf zunächst ein wenig Erklärung:Bei über der Hälfte aller Nachrichten ist der Kern der Nachricht, dass Menschen in Extrem-Situationen oder traumatische Situationen geraten sind. Gleichgültig ob über Gewaltverbrechen, einen Unfall oder eine Naturkatastrophe berichtet wird.Für die journalistische Arbeit ist es wichtig, dass Journalisten wissen, was im Kopf und Körper geschehen kann, wenn man extreme Belastungssituationen erlebt. Dies ist nicht nur wichtig für den guten Umgang mit den Menschen über die berichtet wird, sondern auch für den richtigen Umgang mit sich selbst.Auch bei Journalisten hinterlässt die Konfrontation mit Trauma Spuren, sei es nun ob sie über ein Erdbeben in China, ein Bahnunglück wie Éschede berichten, einen Gerichtsprozess über Kindesmissbrauch oder über Kriege. Seit Mitte 2005 widme ich mich als Trainerin und Organisatorin diesem Thema.Im Januar 2006 habe ich die erste deutsche Konferenz zum Thema Trauma und Journalismus für die ARD-ZDF Medienakademie (damals noch ZFP) geplant und realisiert.Diese Konferenz fand in enger Zusammenarbeit mit Mark Brayne vom Dart Center in London statt.Eine zweite Konferenz speziell für die WDR Mitarbeiter wurde im Oktober 2006 von mir in Köln moderiert. Ein Artikel darüber ist im Januar 2007 in der WDR Zeitung Print erschienen, hier als PDF zum Nachlesen. Das erste Training in Deutschland, in dem Journalisten einen guten Umgang mit Überlebenden eines Unglücks übten, fand am 16.-17. Oktober 2006 statt. Im Jahr 2007 habe ich zwei dreitägige Trainings für den WDR in Düsseldorf und Köln geleitet. 2008 fand bisher eines statt, weitere sind geplant. Im Mai 2007 wurde aufgrund des zunehmenden Interesses die deutsche Sektion des Internationalen Dart Centers gegründet, geleitet von Petra Tabeling. Mit dem Dart Center arbeite ich als Trainerin und Beraterin zusammen. Vom 2.-4.06.2008 engagierte sich Gavin Rees vom Dart Center London auf dem Global Medium Forum in Bonn für eine konfliktsensitive Berichtererstattung. Bei Youtube gibt es ein englischsprachiges Statement von Gavin Rees zur Vorbereitung von Journalisten auf Kriseneinsätze. Doch nicht nur das Training von Medienschaffenden (Journalisten, Kamera- und Tonleuten, Cuttern etc.) in Punkto Umgang mit sich und Interviewpartnern in extremen Belastungssituationen liegt mir am Herzen, sondern auch die Sensibilisierung der Redaktions- und Teamleitung für dieses Thema. Denn eine nachhaltige Kulturveränderung geschieht von oben nach unten (top down). Duty of Care Trainings für die Leitung sind notwendig, damit ein qualitativ hochwertiger Journalismus in der Traumaberichterstattung Standard wird. Einen Artikel von mir aus dem 2008 erschienen "Kriegs- und Krisenberichterstatter" Handbuch aus dem UVK Verlag können Sie hier als pdf nachlesen. Sowohl für Sender, Verlage und Einzelpersonen bietet ich Trainings und Coachings an. Bei weiteren Fragen nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.
Am 3.9.2008 berichtet das Schweizer Fernsehen über den Kriegsreporter Carl Just der gegen seinen Arbeitgeber den Ringier-Verlag klagt. Fernseh-Beitrag mit einem kurzen O-Ton u.a. von mir.
In der Schweiz gab es Ende 2008 einige Berichte und Tagungen zu den psychischen Belastungen von Krisenberichterstattern so wie auch dieser Artikel von Claudia Landoldt Starck